Mittwoch, Mai 27, 2009

Roboter oder Alien??


Neben den Hunden und Katzen koennen wir seit Sonntag Abend eine neue Kreatur in der "Haekel-Familie" willkommen heissen.
Allerdings sind wir uns noch nicht sicher, ob es sich hierbei um einen Ausserirdischen oder um einen sehr freundlichen Roboter handelt ...

Yes to Prop 8



Ein trauriger Tag im Castro.
Der Oberste Gerichtshof in Kalifornien stimmte gestern der seit langer Zeit umstrittenen Prop 8 zu.
Ziel von Proposition 8 ist es, einen Zusatz in die kalifornische Verfassung aufnehmen zu lassen, der die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare verbietet.
Gegner der Prop 8 hingegen sind der Meinung, dass die gleichgeschlechtliche Ehe als Grundrecht gemäß dem Prinzip der Gleichbehandlung aller Bürger der USA in die kalifornische Verfassung mit aufgenommen werden soll.
(Die bisher an die 18000 geschlossenen Ehen bleiben aber weiterhin rechtsgueltig.)

Die Enttaeuschung ist gross.
Galt Kalifornien bisher doch als relativ progressiver Staat.
In anderen Staaten der USA wie Massachusetts und Connecticut ist die gleichgeschlechtliche Ehe schon seit einiger Zeit legal. Iowa, Maine und Vermont folgten in den vergangenen Monaten.

Kaum wurde diese Entscheidung bekannt gegeben, wurde die Fahne im Castro auf Halbmast gehisst (sieht man etwas besser, wenn man auf das Bild klickt!) und wir wir hoerten die Protestmaersche auf der Castro Street.
Laute Sprech-Choere und Pfeifen drangen in unser Wohnzimmer.
Doch nach einiger Zeit verebbten diese Gerauesche und wurden von lauter Techno-Musik abgeloest.
Anscheindend wurde auf der Castro Street eine "Trauer"-Party gefeiert.

Sonntag, April 19, 2009

News

Na ja - was pessiert hier gerade so bei uns?

Vor zwei Wochen sind meine Eltern wieder abgereist und wir haben uns schon fast an die herrlichen Risotto- und Spgehtti-Kreationen vom Papa gewoehnt - da reisen die beiden einfach wieder ab!
TsTsTs!

Der Arbeitsmarkt hier ist immer noch katastrophal!
Ich schicke Bewerbungen raus wie bekloppt und hin und wieder werde ich auch zu einem Vorstellungsgespraech eingeladen.
Leider bis dato wenig erfolgreich.
Im Durchschnitt erhalten die potentiellen Arbeitgeber zwischen 150 und 300 Bewerbungen. Die Konkurrenz ist gross und die Chancen an einen wirklich guten Job zu geraten, minimieren sich mit der grossen Bewerberzahl natuerlich erheblich.
Ich gebe dennoch nicht auf. Irgendwann wird es schon klappen - und wie meine Yoga-Lehrerin Cynthia immer so schoen sagt "Verzweifel nicht und gib nicht auf! Am Ende fuegt sich alles zusammen und wird Sinn machen" - "it will all make sense in the end!"

Bis es denn mal mit einem guten Job klappt, gehe ich weiterhin meiner taeglichen Yoga-Routine nach und hin und wieder ruft auch noch das FitnessStudio nach mir zu Bauchmuskel-, Ausdauer und Kraft-Training.
Zudem habe ich wirklich Spass bei meinem ehrenamtlichen Volunteer-Job bei volunteermatch.com.
Umfangreiche Projekte bestimmen meine dortigen Volunteer-Tage und ich habe wirklich sehr viel zu tun. Letzte Woche haben mich meine Volunteer-Kollegen mit einem Buch und einer Karte - auf der ALLE Kollegen eine kleine, persoenlich Nachricht geschrieben haben - ueberrascht. Einfach so - als Dankeschoen - weil ich nun schon seit fast 7 Monaten dort mindestens 2x/Woche (und anscheinenden zu aller Zufriedenheit) arbeite.
Na ja, vielleicht muss ich es einfach mal aussitzen, bis dort eine Stelle frei wird .... Puuuuhhh!

Und natuerlich bin ich - wie immer - neben Sport, Gitarren-Unterricht und ehrenamtlichen Arbeiten auch noch fleissig kreativ unterwegs. Haekeln und das Gestalten von Postkarten machen mir gerade riesig Spass.

Das Leben in der "Fremde" habe ich noch nicht bereut.
San Francisco ist fantastisch und ich habe tolle Freunde - die mich auch in meinen Stunden des "Jammerns" grossartig unterstuetzen - gefunden. Natuerlich vermisse ich Familie und Freunde - aber Dank Skype, Email und der guten, alten Post ist man heutzutage ja nicht mehr gleich aus Welt und kann Kontakte gut aufrecht erhalten!

Und irgendwann wird der richtige Job sicherlich auch noch kommen!



Donnerstag, März 26, 2009

Besuch

Mensch - schon wieder so lange nicht geschrieben.
Es ist viel passiert, seit dem letzten Eintrag.
Wir waren noch einmal beim Skifahren. Diesmal mit unserer Freundin Sue und diesmal bei herrlichem Sonnenschein.
Und puenktlich zu meinem Geburtstag sind dann auch meine Eltern hier eingeflogen.
Das ist natuerlich ein super Geschenk!
Die beiden schauen sich mit grosser Begeisterung die Stadt an und kommen Abends mit qualmenden Sohlen (vom vielen Laufen) nach Hause.
Das ist natuerlich ein super Gefuehl, wenn die "Gaeste" so zufrieden und begeisterungsfaehig sind.
Ansonsten gibt es nicht viel Neues: Yoga, Arbeiten, Gitarren-Unterricht und meine Haekel-Figuren verkaufen ... so schaut der Alltag derzeit hier aus!

Dienstag, Februar 17, 2009

Schon wieder Schnee


Jedes zweites Wochenende treibt es uns nun in die Berge.
Skifahren ist angesagt.
Nur leider hat sich auch dieses Wochenende die Sonne kaum blicken lassen.
Statt dessen gab es wieder Schneestuerme und Unmengen Neuschnee.
Nur leider war der Schnee so nass und schwer, dass das Skifahren in "harte Arbeit" ausgeartet ist.
Auch das Autofahren auf den meist ungeraeumten und ungesalzenen (aus Umweltgruenden) Strassen war ein echtes Abenteuer!
Lustig wars trotzdem!

Ein Ortsteil im Wandel - zum Vorteil??


Bei einem meiner Bummel-Spaziergaenge durch mein heiss-geliebtes Noe Valley habe ich mit Erschrecken feststellen muessen, dass der CD/DVD Second Hand-Laden "Street Light" fuer immer seine Pforten schliessen wird. Nach 32 Jahren! Und warum? Weil die Ladenmiete so teuer geworden ist, dass sich das Geschaeft nicht mehr lohnt. (Ich bin mir sicher, dass i-Tunes & Co. natuerlich auch zu sinkenden Umsatzzahlen beigetragen haben).
Das ist verdammt traurig.
Neben dem kleinen Gemuese-Laden an der Ecke Church und 24th Street hat nun auch der Supermarkt "Bell" zum 15. Februar dicht gemacht. In dem kleinen Gemuese-Laden hat eine weitere Boutique aufgemacht.
Nun kann man Klamotten und anderen Krims-Krams im Ueberfluss auf der 24th Street kaufen - aber wenn man Obst, Gemuese & Co. braucht, dann ist weit und breit nichts zu finden.
Traurig, Traurig.
Zwar soll der geschlossene Supermarkt umgebaut werden und ein "Whole Foods" soll dort einziehen. Das ist ein ziemlich exklusiver, riesiger Bio-Supermarkt, der nicht ohne Grund auch "Whole Paycheck" genannt wird, da die Preise wirklich astronomisch sind.
Einen "normalen" Supermarkt wird es in dieser Neighborhood also nicht (mehr) geben und zukuenftig wird man wohl gezwungen sein, ins Auto zu steigen, um seine Einkaeufe in einem guenstigeren Supermarkt zu erledigen.
Schade!
Ich - und noch viele andere im Noe Valley & Umgebung - wuerden sich wuenschen, dass die 24th Street ihren Charme behaelt und dass es ein ausgewogenes Verhaeltnis zwischen Boutiquen, Restaurants und Lebensmittel-Einkaufsmoeglichkeiten (zum Glueck gibt es noch die "Noe Valley Bakery") gibt.
Und natuerlich, dass sich keine weiteren "Ketten" wie Starbucks, Pasta Pomodoro etc. etablieren!
Wunschdenken?
Hier einige Bilder der 24th Street

Sonntag, Februar 01, 2009

Skiausflug


Skifahren, Schneesturm, volle Pisten und teure Skipasse??
Das kann man auch in Kalifornien haben.
Letztes Wochenende haben wir dem schon schon fast fruehlingshaft anmutenden San Francisco den Ruecken gekehrt und sind in das Schneegestoeber am Lake Tahoe gefahren.
Leider war das Wetter etwas unbestaendig, aber das hat uns gar nichts ausgemacht.
Am Lake Tahoe ist es einfach immer schoen!

Alice's Biker Bar



Ein spontaner, Sonntags-Ausflug am Super-Bowl-Sunday zu Alice's Restaurant/Biker Bar am auesserst malerischen Skyline Boulevard in Woodside.

Sonntag, Januar 25, 2009

Unfall


Unsere Bushaltestelle wurde am letzten Donnerstag Opfer eines Unfalls.
Personen kamen zum Glueck keine zu Schaden.

Donnerstag, Januar 22, 2009

Graffity

Unser Freund Fadi hat letztes Wochenende dieses Graffity in San Francisco entdeckt.

Montag, Januar 19, 2009

Vereidungs-Fieber

Morgen ist es soweit: Praesident Bush wird (endlich!) Geschichte sein und der Hoffnungstraeger Obama wird als 44. Praesident der USA vereidigt werden.

Die Menschen hier in San Francisco scheinen diesen Tag ungeduldig zu erwarten.
So haben unsere Nachbarn ihr Fenster schon in Vorfreude folgendermassen dekoriert.



Sogar meine dienstaegliche Yoga Stunde wird morgen ausfallen, weil meine Yoga-Lehrerein die Vereidigung im Fernsehen verfolgen will.
Vielleicht auch, weil der Madchen- und Knabenchor aus San Francisco zur Eroeffnung der Feierlichkeiten singen werden.
Der Komponist David Conte hat extra zu diesem Anlass ein Lied geschrieben, das als "Ermahnung" dienen soll und an Obamas beruehmte Rede am 4. November anschliesst:

America, we have come so far.
We have seen so much.
But there is so much more to do.
Let us ask ourselves:
If our children should live to see
The next century
What progress will we have made?
This is our chance to answer that call.
This is our time
To reaffirm that fundamental truth
That out of many, we are one;
That while we breathe, we hope;
And where we are met with doubt,
We will respond with that timeless creed
That sums up the spirit of a people:
Yes We Can.

Dienstag, Januar 13, 2009

Neujahrs-Wuensche

Alle Jahre wieder - diesmal mit ein wenig Verspaetung: Die Neujahrswuensche.
Die letzten Jahre habe ich mich auf Rosegger und Kaestner berufen.
Dieses Jahr moechte ich Euch einige Gedanken aus dem fernen Osten mit auf den Weg geben.

Happiness is a state of mind which physical comforts.
If your mind is still in a state of confusion and agitation - it is no happiness.

Glueck/Gluecklichsein ist ein Zustand der Seele, der mit koerperlichem Wohlgefuehl einhergeht.
Wenn Dein Geist noch im Zustand von Verwirrung und Aufgeregtheit weilt, so ist dies kein Glueck.

(H.H. Dalai Lama)

Freitag, Dezember 12, 2008

Christmas Lights


Habe gestern folgende Spass-Mail erhalten:
“My wife nagged and nagged at me to put up the Christmas lights.
Well – I finally got them up and NOW she won’t talk to me!
Merry Christmas to Everyone!”

Donnerstag, Dezember 11, 2008

Hurra, der Quilt ist da!


Erinnert Ihr Euch noch, dass wir Euch gebeten haben, uns zu unserem Hochzeits-/Abschiedsfest Stoffreste mitzubringen, die uns an Euch erinnern?
Quaide wollte daraus einen Quilt naehen - und er hat dies auch getan.
Und nun ist sie fertig!
Eine herrliche Decke voller Erinnerungen!
Vielen Dank an Quaide, der sich damit so unglaublich viel Arbeit gemacht hat und an alle, die ihren Kleiderschrank fuer dieses Projekt gepluendert haben!

Freitag, November 28, 2008

Thanksgiving


Dieses Jahr haben wir Thanksgiving zum ersten Mal nicht bei uns zu Hause gefeiert.
Kelly & Jeff haben uns eingeladen und sich wahnsinnig viel Muehe mit dem Thanksgiving-Dinner gegeben.
Ein entspannter, lustiger und kulinarischer Tag mit lieben Freunden und einem Haufen Hunden!

Donnerstag, November 06, 2008

Verkauft


Nachdem die Feiertage vor der Tuer stehen, bekomme ich laufend neue Bestellungen fuer meine Haekel-Tiere.
Nachdem ich an jedem dieser Tiere gut 6-8 Stunden arbeite, jedes dieser Woll-Geschoepfe ein wenig anders ausschaut und mein Herz doch an jedem einzelnen haengt, dachte ich mir, dass ich sie doch noch fotografieren sollte, bevor ich sie aus dem Haus gebe.
Hier also nun einige Bilder von mir letztens erschaffenen Kreaturen.
Oh weh, langsam komme ich mir schon vor wie Frankensteins Mutter! free smilies

Der Tag danach

Einen Tag nach der Wahl kann man die Freude und Erleichterung der Menschen ueber dieses (positive) Wahlergebnis foermlich spueren.
Und auch unsere 18th Strasse wurde spontan - wenn auch nur fuer einen Tag - umbenannt:

Dienstag, November 04, 2008

Thanks for Voting!



Das Zittern hat sich gelohnt.
Um kurz nach 20 Uhr wurde der Wahlsieg von Barack Obama bekannt gegeben.
Ca. 10 Minuten spaeter, hoerten wir die Jubelschreie auf der Strasse.
Dann hielt es auch uns nicht mehr auf der Couch und vor dem Fernseher.
So schnappten wir uns die Kamera und zogen los.
Die Menschen stehen auf der Strasse, jubeln, tanzen, feiern den Wahlsieg Barack Obamas.
Die Polizei stellt so langsam auch die Strassensperren auf - die Menschen werden wohl heute noch die ganze Nacht auf den Strassen von San Francisco feiern.

Hier einige Eindruecke vom Wahlabend auf der Castro Street in San Francisco

Bleibt zu hoffen, dass "Yes, we can", "Hope" & "Change" nicht nur Platitueden sind!

It's Time for a Change

Wahltag!
Alle Hoffnungen richten sich auf Obama. Ich "alter Pessismist" denke ja immer noch, dass - entgegen aller Prognosen - doch noch die Republikaner gewinnen werden.
Aber - wie Dirk mir letztens schrieb - "die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt".
Und so werde ich heute sehr nervoes die Wahl verfolgen und mich von Will.I.am's Pro-Obama-Wahlkampf-Song YES, WE CAN ein wenig hoffnungsvoller stimmen lassen!
Dieser Song entstand aus der auesserst beeindruckenden Rede von Obama, die er im Rahmen der Vorwahlen (gegen Hillary Clinton) in New Hampshire gehalten hat.
Will.i.am von den Black Eyed Peas war von der Rede wohl auch inspiriert und hat in einer spontanen Aktion einen Song daraus gebastelt und ins Netz gestellt, dazu gibt es noch ein feines Video mit unter anderem Scarlett Johansson, John Legend, Herbie Hancock, Kareem Abdul Jabbar und Nicole Scherzinger.
Listen, watch, enjoy & drueckt uns die Daumen, dass der republikanische Albtraum in diesem Lande bald ein Ende findet!

"Change will not come, if we wait for another person or some other time.
We are the ones we've been waiting for.
We are the change that we seek.
"
-Barack Obama-

Donnerstag, Oktober 30, 2008

Promis im Castro - zu Ehren von Harvey Milk



Am Montag war grosses Promi-Aufgebot angesagt - und das auch noch direkt vor unserer Haustuer!
Im Castro Theatre fand die Premiere des neuen Sean Penn Films "Milk" (ueber Harvey Milk) statt. Somit spazierten neben dem Buergermeister von SF auch noch Sean Penn, Josh Brolin und viele andere Stars und Sternchen uber den fuer diesen Anlass ausgerollten, roten Teppich.
Wie? Ihr wisst nicht, wer Harvey Milk ist?
Dann anbei ein kleiner Diskurs in SF-Lokalgeschichte:
Harvey Milk, geboren am 22. Mai 1930, in Woodmere, New York. Sein Großvater, ein Einwanderer aus Litauen, war der Besitzer eines respektiert Kaufhauses und auch Harveys Vater, William Milk war ein erfolgreicher Geschaeftsmann (Textilindustrie).
Harvey galt als aufgeweckter und intelligenter Junge. In der High School war er ein aktiver Sportler und er hatte den Ruf eines Klassen-Clowns. Er entwickelte eine Leidenschaft für Opern und darstellende Kunst. Schon in jungen Jahren bekannte sich Harvey Milk offen zu seiner Homosexualitaet.

Waehrend des Korea Krieges ging Harvey zur Marine. Danach arbeitete er als Lehrer für Mathematik und Geschichte und schließlich machte er Karriere als Investment Banker an der Wall Street.
Ueber seinen Freund Jack McKinley kam er mit der alternativen Szene in Beruehrung. McKinley war an der Produktion der Broadwayauffuehrung von "Hair" beteiligt.
Als "Hair" im Jahre 1969 nach San Francisco tourte, gingen McKinley und Harvey Milk mit.
Harvey verliebte sich in diese wunderschoene Stadt und blieb. Er eroeffnete auf der Castro Street einen kleinen Foto-Laden und ploetzlich erwachte sein politisches Interesse.
1973 trat er, erfolglos, bei der Wahl zum Stadtrat an. Nach einigen weiteren erfolglosen Anlaeufen auf das Kalifornische Landesparlament und den Stadtrat von San Francisco wurde er am 8. 11. 1977 in das Board of Supervisors von San Francisco gewaehlt.
In den 70-er Jahren war ein sich offen bekennender homosexueller Abgeordneter einfach unvorstellbar.
Bis Harvey Milk kam, kandidierte und schließlich auch siegte.
Ihm ist es u.a. zu verdanken, dass sich offen bekennende Homosexuelle (aufgrund ihrer Homosexualitaet) nicht mehr aus ihren Jobs gefeuert werden koennen.
Für viele war dies ein lang erwarteter Befreiungsschlag. Nach Verabschiedung dieses Gesetzes outeten sich Hunderte von Maennern und Frauen.
Aber natuerlich machte sich Harvey damit nicht nur Freunde. Den Homophoben und Konservativen war er ein Dorn im Auge und Morddrohungen standen wohl an der Tagesordnung.
Aber hier im Viertel wurde Harvey Milk liebevoll "Der Buergermeister des Castro Viertels" genannt.

Am 27. November 1978 wurde Harvey Milk durch zwei Kopfschuesse getoetet.
Der Moerder war der konservative, schwulenfeindliche Stadtrat Daniel White, der ein Jahr zuvor aus dem "Board of supervisors" ausgeschieden war.
Nach einem erfolglosen Come-Back-Versuch steigerte sich Daniel Whites Hass auf Harvey Milk und den amtierenden Buergermeister Moscone.
So beschaffte er sich eine Waffe, drang in das Rathaus der Stadt ein und erschoss kaltbluetig Harvey Milk und George Moscone.
White wurde fuer die Morde zu (nur) sieben Jahren Gefaengnis verurteilt.
Die Verteidigung argumentierte, dass White kurzfristig nicht zurechnungsfaehig gewesen sei, da er zu viel Junk-Food gegessen haette (dieses Urteil ging auch als das "Twinkie-Urteil" in die Geschichte ein). Allerdings soll White bereits Tage zuvor angekuendigt haben, daß er eine "echte Ueberraschung" für die schwule Community habe.
Das Urteil wurde von den Buergern San Franciscos mit einem Aufschrei der Empoerung beantwortet und es kam zu spontanen Demonstrationen.
Doch schließlich wandelte sich die Trauer, der Schock und das Unverstaendnis ueber dieses Urteil in Wut und fuehrte zu mehrtaegigen gewalttaetigen Ausschreitungen.
Nach seiner Freilassung aus der Haft versuchte Daniel White noch einmal, einen Sitz im Rathaus zu bekommen - vergeblich.
Am 21. Oktober 1985 beging er in seinem eigenen Hause Selbstmord.

Auch heute ist Harvey noch an vielen Stellen in unserem Viertel praesent.
Neben der Kneipe "Harveys" gibt es noch die "Harvey Milk School" und den "Harvey Milk Plaza".

Bleibt zu hoffen, dass Sean Penns Film "Milk" diesem mutigen Mann Harvey Milk auch gerecht wird.

Wer ein bisschen mehr uber H. Milk erfahren moechte, dem kann ich den 1985 preisgekroenten Dokumentarfilm

"Wer war Harvey Milk? ans Herz legen.